Der Telekomriese Hutchison tritt in Bezug auf die zu erwartende Reduzierung der Roaming-Gebühren als Vorreiter auf. Denn bei Auslandsgesprächen in zum Konzern gehörenden 3-Netzen kann man schon bald zu denselben Bedingungen telefonieren wie daheim. In Großbritannien wurde der Dienst bereits als „3 Like Home“ gestartet und ermöglicht das günstige Telefonieren in Irland, Schweden, Dänemark, Österreich, Australien und Hongkong. Sogar die in den Tarifen inkludierten Freileistungen sind bei Hutchison 3 im Ausland verwendbar, das gilt also etwa für Gesprächs- oder Videotelefonieminuten bzw. SMS und Datendienste.
Wer über das entsprechende Limit kommt, bezahlt vergleichsweise niedrige Gebühren, etwa 30 Cent pro Aktivminute. Eine spezielle (kostenpflichtige) Anmeldung ist bei diesem Dienst nicht nötig, alle Hutchison-Kunden sind automatisch für dieses Roaming freigeschaltet. Auch in anderen Ländern plant 3 schon demnächst günstigere Auslandstarife.
Damit kommt der Branchenriese der EU-Regelung zuvor, mit der die Handynetzbetreiber gezwungen werden sollen, günstigere Preise an ihre Kunden weiterzugeben. Die Europäische Union ist der Meinung, dass teure Roamingkosten nicht mehr zeitgemäß sind, denn die meisten Unternehmen (wie etwa Vodafone oder T-Mobile) verfügen in zahlreichen Ländern über Tochter- bzw. Schwesterfirmen, über die keine gravierenden Gebühren in der Gesprächsvermittlung anfallen. Deshalb sollen beispielsweise Telefonate ins Netz des Urlaubsortes deutlich günstiger werden. Derzeit streiten jedoch die in der EU zuständigen Stellen noch über einen Zeitplan der Gebührenreduzierung und über die Vorgabe bindender Preise.

