Bislang konnte sich das Bezahlen mit dem Handy nicht erfolgreich bei der breiten Masse durchsetzen – dabei ist ist die Abwicklung der Bezahlvorgänge einer der größten Hemmfaktoren. Abhilfe soll nun das EU-Projekt "Secure Mobile Payment Services" (SEMOPS) soll Abhilfe schaffen, denn mit SEMOPS könnte ein universelles mobiles Bezahlsystem entstehen - sowohl für den E- und M-Commerce als auch für stationäre Händler und Automaten.
Key Pousttchi, Leiter der Arbeitsgruppe Mobile Commerce am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Systems Engineering der Universität Augsburg erklärt, dass Europa bei der Anwendung von Mobilfunktechnologien im Vergleich mit den USA bisher noch einen Vorsprung von etwa einem Jahr hat - ein Vorsprung, der früher doppelt so groß war und weiterhin schmilzt. Das System setzt auf ein standardisiertes Verfahren zwischen Mobilfunkanbietern und Banken und soll unabhängig von Endgeräten sein. Es befindet sich seit Januar 2007 in der Phase SEMOPS II und wird auf Testmärkten in Italien, Griechenland und Ungarn eingesetzt. M-Payment-Geschäftsmodelle werden parallel dazu untersucht und entwickelt. Die Universität Augsburg ist dabei als einziger deutscher Partner mit der Geschäftsmodellforschung befasst.
Das Handy hat sich in afrikanischen Ländern wie Nigeria oder auch Kamerun als bargeldloses Zahlungsmittel bereits fest etabliert - Bernhard Steimel, Geschäftsführer der Düsseldorfer Unternehmensberatung Mind Business Consultant erklärt dies so, dass man aus der Not eine Tugend gemacht habe, da es kein flächendeckendes Bankensystem gibt. Dabei sind die Guthaben der Handybenutzer auf der SIM-Karte Basis des afrikanischen M-Payments. Der Kunde überträgt dann den gewünschten Betrag für bargeldlose Einkäufe auf die SIM-Karte des Verkäufers. Er benötigt dazu nur die Telefonnummer des Verkäufers und den entsprechenden Systembefehl, den er dann mit der zu übertragenden Höhe der Überweisung' in sein Handy eintippt. Selbst in den abgelegenen Dörfern Zentralwestafrikas könne man auf diesem Wege Überweisungen in andere Landesteile vornehmen.

