Während der Mutterkonzern von BenQ Mobile in Taiwan jetzt mit neuen Mobiltelefonen in die Offensive geht und damit gegen die übermächtige Konkurrenz antreten will, gibt es in Deutschland weiterhin Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dem Konkurs der früheren Siemens-Handysparte.
Der zuständige Insolvenzverwalter Martin Prager hat nämlich den Asiaten vorgeworfen, rund einer halben Milliarde Euro aus der deutschen Niederlassung abgezogen zu haben. Der Elektronikkonzern weist diesen Vorwurf jedoch zurück und sieht keine rechtliche Grundlage für eine Rückerstattung.
Demnach hätten die Gläubiger von BenQ Mobile Deutschland keinerlei Forderungen gegenüber dem Unternehmen in Taiwan, da es sich um vollkommen getrennte Firmen handle. Nun plant der Insolvenzverwalter die entsprechende Aufarbeitung der Verträge, um per Gerichtsbeschluss eine entsprechende Regelung für das scheinbar fehlende Geld zu finden. BenQ hatte 2005 die finanziell schlecht gestellte Siemens-Handysparte inklusive dem vorhandenen Millionenvermögen übernommen und nach nur einem Jahr den Geldhahn zugedreht, weshalb die deutsche Tochter Pleite ging. Ende 2006 musste das Unternehmen hierzulande deshalb Insolvenz anmelden und sitzt jetzt auf einem Milliarden-Schuldenberg.
Die Übernahme durch Firmen aus der Telekom-Branche oder sonstige Financiers scheiterte bis zum Jahresende, weshalb BenQ Mobile Deutschland jetzt „verwertet“ wird und rund 3000 Mitarbeiter ihre Stellen verloren haben. Ein Teil von ihnen erhält im Siemens-Mutterkonzern neue Job-Angebote.

