Während von Weltmarktführer Nokia aus Finnland noch keine konkreten Aussagen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2006 vorliegen, hat sich die Nummer 2 in der Handybranche bereits dazu geäußert: Motorola rechnet mit schlechteren Zahlen als ursprünglich erwartet: So werden die Einnahmen im letzten Jahr wohl deutlich unter den Prognosen liegen, denn alleine im Zeitraum von Oktober bis Dezember liegt das Unternehmen rund 300 Millionen US-Dollar unter den Erwartungen. Die Einnahmen betragen lediglich 11,6 bis 11,8 Milliarden Dollar. Branchenintern geht man davon aus, dass die Vorstandsetage von Motorola zu lange mit der Einführung innovativer Handymodelle gewartet hat und sich zu sehr auf dem überwältigenden Erfolg des RAZR V3 ausruhte. Die folgenden Geräte waren für die Käufer zu wenig attraktiv und deshalb gingen Marktanteile verloren.
Kunden erwarten laut Umfragen von jedem Hersteller ein komplettes Portofolio an Modellen, Motorola konzentrierte sich jedoch zu sehr auf die Folder-Handys und musste zusehen wie innovative Konzepte von Sony Ericsson oder Samsung aufgingen.
Trotz der negativen Entwicklung für Motorola kann sich das Unternehmen freuen, denn die Absatzzahlen sind gestiegen: Im vierten Quartal 2006 im Vergleich zum selben Zeitraum im Jahr 2005 ein Umsatzzuwachs von 48 Prozent auf 66 Millionen Geräte verzeichnet. Im Verhältnis zum dritten Quartal 2006 war das Jahresfinish immer noch um 23 Prozent erfolgreicher. Die genauen Zahlen zum Umsatz bzw. Gewinn will der amerikanische Handyhersteller am 19. Januar 2007 präsentieren. Derzeit hält Motorola mit 22,4 Prozent des Weltmarktes bei Handys hinter Nokia eine stabile Position.

