Gerade eben wurde das endgültige Aus für die deutsche Niederlassung von BenQ besiegelt und Konkursantrag eingebracht, schon sorgt die taiwanesische Konzernmutter für Schlagzeilen: Es sollen insgesamt 14 neue Mobiltelefone vorgestellt werden, obwohl das Unternehmen selbst ja nicht nur in Deutschland Probleme hat(te).
Die Elektronikfirma will jetzt laut Insiderinformationen eher auf speziell ausgestattete Smartphones setzen, als auf konventionelle Handys. Diese sollen beispielsweise VoIP über WLAN beherrschen und werden wahrscheinlich nicht von BenQ selbst produziert, sondern von einem Dritthersteller gebaut. Nach wie vor ist nämlich damit zu rechnen, dass BenQ seine Handyproduktionsstätten schließt bzw. verkauft und nur noch zugelieferte Ware anbietet.
Unterdessen wird jetzt wieder Kritik laut, dass die Pleite von BenQ in Deutschland ein abgekartetes Spiel mit Siemens war. Der deutsche Konzern konnte sich durch den Verkauf von seiner stark verlustbringenden Handysparte trennen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen und bekam von den Taiwanesen Geld für das gelieferte Know How. Nur die Mitarbeiter an den drei deutschen Standorten müssen jetzt selbst die Konsequenzen tragen, denn ob sie längerfristig wieder bei Siemens unterkommen ist fraglich.
Insgesamt wird es in den nächsten Monaten zu einer Verwertung der hierzulande noch vorhandenen BenQ-Standorte kommen und nur einzelne Teile werden übernommen. Ein kompletter Neustart mit einem großen Partner scheiterte mit Jahresbeginn, weil die Verbindlichkeiten scheinbar zu groß waren, um einen sinnvollen Betrieb der Handyproduktion zu ermöglichen.

