Zwar machen die Netzbetreiber immer noch satte Gewinne, die Gerätehersteller kämpfen jedoch bereits mit deutlichen Gewinnrückgängen, denn die Branche gerät immer mehr unter Druck. Besonders betroffen ist der zweitgrößte Handyproduzent, der bedingt durch zu wenig innovative Modelle im Jahr 2006 schmerzliche Abstriche machen muss: Motorola hatte 2005 mit dem RAZR V3 das erfolgreichste Mobiltelefon des Jahres auf dem Markt, das rund 75 Millionen Mal verkauft wurde, schaffte es aber nicht, innerhalb von Monaten einen würdigen Nachfolger zu präsentieren. Deshalb brachen die Absatzzahlen ein und etliche Trittbrettfahrer brachten Nachahmer auf den Markt, die technisch besser entwickelt waren.
Nun könnte bei dem amerikanischen Handyproduzenten jeder zwanzigste Job wackeln, was ein Aus für 3500 Mitarbeiter bedeuten würde. Dieser Schritt ist nötig, um insgesamt 400 Millionen Dollar einsparen zu können und das (wieder einmal) marode Schiff Motorola auf Kurs zu bringen. Ein Zehntel des letzten Jahresgewinns muss also im Unternehmen bleiben, um den Konzern nicht in Gefahr zu bringen.
Motorola verkaufte im vierten Quartal 2006 knapp 66 Millionen Handys, was einer noch nie da gewesenen Zahl entspricht. Damit hält die Firma fast ein Viertel des Weltmarktes von rund einer Milliarde Mobiltelefonen pro Jahr. Allerdings werden die Gewinnmargen pro Gerät immer geringer und betragen jetzt im Schnitt nur noch gut vier Prozent. Im dritten Quartal 2006 waren es noch knapp 12 Prozent. Motorola hatte in den 80ern das Mobiltelefon praktisch erfunden und als erster Hersteller in größeren Mengen vermarktet. Nun hofft das US-Unternehmen auch auf mehr Erfolg mit neuen Geräten wie etwa dem RIZR, das durch ausgefeilte Musikfunktionen Kunden anlocken soll.

