Motorola entwickelte jetzt ein Mobiltelefon, das sich selbst von Keimen befreit. Das berichtet das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Onlineausgabe. Durch eine UV-Diode im Gerät werden Lautsprecher und Mikrofon am Handy desinfiziert. Dieser Vorgang soll nur rund drei Minuten dauern, dabei wird das desinfizierende Licht im Gehäuse per Lichtleiter verteilt. Dadurch werden die Brutstätten von unliebsamen Erregern gesäubert, die sich gerne in der etwas feuchten und oft warmen Umgebung tummeln.
Das zur Reinigung verwendete ultraviolette Licht kann übrigens für den Handy-Besitzer schädlich sein, deshalb müssen die Geräteöffnungen mit einer Klappe verschlossen werden, bevor die Desinfektion startet. Da dieser Vorgang relativ viel Strom benötigt, funktioniert die Technik nur, wenn das Handy per Netzgerät betrieben wird. Als zweite Variante könnte die Abtötung der Keime auch mit Hilfe einer Ladestation erfolgen. Über eine Einführung der Handy-Desinfektion gibt es von Motorola derzeit noch keine Infos, auch das Marktpotenzial für solche Geräte ist momentan noch unbekannt.
Die Entwickler dieser Desinfektions-Funktion für jedermann denken auch an eine Einführung des Systems für weitere mobile Geräte wie Pocketcomputer, MP3-Player, Rasierer oder elektrische Zahnbürsten. Die Technik an sich wird bereits seit langem im medizinischen Bereich verwendet, wo Labors oder OP-Säale gereinigt werden. Sogar für die Keimfreimachung von Trinkwasser ist UV-Licht geeignet.

