Meistens ist Werbung auf dem Handy (z. B. in Form von Spam-SMS oder unerwünschten Anrufen) nicht gefragt. Das könnte sich aber ändern, wenn dadurch das Telefonieren günstiger wird. Mehrere Netzbetreiber in den USA und Europa wollen jetzt (nachdem über dieses System seit Jahren diskutiert wird) damit eine neue Einnahmequelle erschließen und den Handybesitzern wiederum günstigere Gesprächspreise anbieten. In Asien gibt es Ähnliches schon seit Jahren und hat sich dort flächendeckend durchgesetzt.
Bereits im nächsten Jahr soll in den größten US-Handynetzen Werbung per SMS oder Multimedia-Inhalten verbreitet werden. Als Gegenleistung für die „Zwangsberieselung“ erhalten die Kunden der Provider dann kostenlose oder deutlich preisreduzierte Services. Sogar neue Geschäftsideen sind durch Werbung möglich, so will der Betreiber Xero eine Million Gratishandys an den amerikanischen Unis verteilen. Wer sich dann pro Tag vier Werbe-Einblendungen am Gerät ansieht, soll mit einem Rabatt von 40 Prozent auf den Rechnungsbetrag belohnt werden.
Die europäischen Netzbetreiber scharren bereits mit ähnlichen Ideen in den Startlöchern: In Großbritannien (und später in anderen Ländern) soll für junge Handyuser ein komplett kostenloser Tarif mit Werbefinanzierung starten. Für Werbekunden ist hier eine besonders Zielgruppenorientierte Vermarktung möglich.
Während viele Kunden der Netzbetreiber bereits in einschlägigen Umfragen ihr Interesse an den neuen Angeboten bekundet haben, gibt sich die Werbewirtschaft noch zurückhaltend. Allerdings haben bereits einige namhafte Unternehmen damit angefangen, das Mobiltelefon als neue Plattform für ihre kommerziellen Botschaften zu verwenden. Studien haben übrigens ergeben, dass sich alleine in den USA die Handywerbung bis zum Jahr 2011 von heute 421 Millionen auf ca. 4,8 Milliarden Dollar verzehnfachen wird.

