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Interpret: Farin Urlaub
Meinungen bzw. Rezensionen zu Dusche:
Glücklich!, 18. Februar 2005
Rezensentin/Rezensent: djdolphin2 (Mehr über mich)
2004 war ein gutes Ärzte-Jahr mit vielen Konzerten, weiteren Singles und einer fetten Doppel-DVD: wir waren glücklich!
Nun liegt es an Farin mal wieder solo tätig zu werden. Er tut dies mit seinem zweiten Longplayer „Am Ende der Sonne" und wir sind wieder glücklich!
Das Lied „Dusche" ist die erste Singleauskopplung daraus. Es beginnt rhythmisch mit metallischem Küchengeklapper und einer kreischenden Rockgitarre. Und dann geht der Punk ab! Das Lied ist ein echter Reißer zum Moshen und Bängen. Der Refrain hat Ohrwurmqualität. Am Ende gibt es als Ausgleich noch schmalzige Streicher zu Gehöhr.
Der skurrile Text handelt von jemanden, der von seinem Fahrrad, Bettbezug, Toaster und anderen Haushaltsgegenständen angegriffen wird. Deshalb muss er in der Dusche schlafen und geht dann zum Gegenangriff über („Stirb, Fernseher, stirb!"). Das ist diese Art von merkwürdigen Humor, für den Farin bekannt ist und für den wir ihn lieben.
Auf der Maxi ist auch noch das Video drauf, in dem Farin als aalglatter Killer neben Bikinischönheiten zu sehen ist. Die Erkenntnis ist aber, dass man auch einer Dusche nicht trauen kann. ("Psycho" lässt grüßen!)
Die Single ist ein super Vorgeschmack auf das Album, das wir sehnsüchtig erwarten...
Nonsens mit Niveau, 15. März 2005
Rezensentin/Rezensent: newcultking (Mehr über mich) aus Hofheim, Hessen Deutschland
Der oberflächlich einfach völlig unsinnig erscheinende Song mit nicht minder lustigem Video überzeugt durch so manche stilistische Raffinessen. Zwar ist der Refrain (musikalisch) nicht der innovativste, allgemein ist die Komposition nix Bahnbrechendes, doch dafür präsentiert sich das Lied in tollem Klang (teilweise sehr industrielle, dunkle Töne), welcher dem schwachsinnigen Text kontrastreich gegenüber steht. Der Clip schafft es prima, die ambivalente Stimmung zwischen verstörend und lächerlich auszudrücken. So lacht man mal herzlich über den verrückten "Protagonisten" (in der Literatur würde man ihn einen unzuverlässigen Erzähler nennen...), wie er in bester Rambo-Manier seinen sich angeblich gegen ihn verschworenen Haushalt vernichtet (außer der Dusche, dieser vertraut er, "sie ist der einzige Freund, den ich noch habe auf der Welt"), auf der anderen Seite schmunzelt man über das Hintergründige an der Performance, die in sehr weit hergeholter Art und Weise die reele Paranoia in unsererem Leben symbolisiert und einhergehend die "Hitman"-artigen Methoden offenbart (Farin Urlaub liefert gleichsam eine Hommage an den Videospiel-Killer und dessen überzogene Vorgehensweisen). Ergebnis des ganzen ist dann, dass der ganze Wahn auf einer verdrehten Sicht der Dinge beruht, denn es ist die Dusche, die ihn am Ende an Alfred Hitchcock's "Psycho" angelehnt erdolcht.
Jedenfalls muss man den Song garnicht unbedingt reflektierend betrachten, er ist auch sonst ein einziger Spaß, stellvertretend für diesen Aspekt reicht schon der aberwitzige Ausruf "Stirb, Fernseher, STIRB!". Insgesamt ein Superlied, dass durch alles überzeugt, nur nicht zu 100% durch Melodie. Trotzdem danke für diese Unterhaltung!
Interpret: Farin Urlaub
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