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Interpret: Tokio Hotel
Meinungen bzw. Rezensionen zu Durch den Monsun:
Glaubt an das Gute im Menschen ;-) . . ., 6. September 2005
Rezensentin/Rezensent: Melanie Holtmann aus Klein Berssen
... auch wenn dieser ganze "Tokio Hotel"- Kram arg nach manipulativer medialer Authentizitätsstilisierung (neiiin, das böse Wort "Verarschung" kommt mir nicht über die Lippen) riecht. Wie auch immer, nach anfänglichem Entsetzen über die Inkompatibilität milchbubihafter, nichtsdestotrotz grauenhaft aufgetakelter Halbwüchsiger und dem dazugehörigen Song finde ich selbigen eigentlich gar nicht mal so schlecht. Immerhin muss man es erstmal schaffen, das Wort "Monsun" so geschickt in das arg abgekaute Vokabular für Liebes-Schrägstrich-Selbstfindungsliederlein zu integrieren. Also geht das entsprechende Werk mir zumindest durchaus nicht unwillig ins Ohr, auch wenn der Beigeschmack verdammt fade ist. Mal schauen, was das Leben nach dem ersten Hype, nach Stimmbruch und pubertärer Wechselhaftigkeit aus "Tokio Hotel" macht. Sollten sie von der Bildfläche verschwinden, wäre ich nicht gerade traurig. Auch wenn ich nichts dagegen hätte, auf angenehme Weise vom Gegenteil überzeugt (und überrascht) zu werden.
Einmal Charts und zurück bitte!, 5. September 2005
Rezensentin/Rezensent: stahlhuettenkaese
Als ich Tokio Hotel das erste mal über meinen Bildschirm flimmern sah und ein androgynes Wesen mir kryptische Botschaften entgegenschrie, wusste ich zuerst nicht, was ich davon überhaupt halten sollte. Ist das jetzt die nächste Antwort auf Juli, Silbermond und wie die anderen alle heißen, die auf der Erfolgswelle des wiederauferstandenen Deutschrocks mitsurfen wollen oder nur ein missglücktes Experiment, dass mal irgendwann zwischen Notenschluss und Sommerferien entstanden ist?
Zum einen fällt mal das Alter der Musiker aus, was auch schonmal auf die Zielgruppe schließen lässt. Aber in der Musik soll man sich ja nicht an Äußerlichkeiten festhalten. Was zählt ist ja die Musikalität.
Und die wirkt so, als wenn sie auch durch den Monsun gegangen wäre. Über den Text hat man sich anscheinend überhaupt keine gedanken gemacht. Der kommt sinnentleert und gehaltlos daher, nach dem Motto " Ist doch eh egal! Wenn's englisch wäre, würde es auch keiner verstehen"
Die Gitarre ist wieder mal schön zeitgenössich tief gestimmt, der Bass viel zu Hoch und das Schlagzeug ohne pepp wie ein Drum Computer. Und hier zeigt sich eigentlich die größte Schwäche an "Durch den Monsun": Es entsteht keine Spannung. Das alles kommt so schlaftrunken daher, dass man fast einschläft.
FAZIT: Das Tokio Hotel gleich auf Platz eins der Charts eingestiegen ist, mag eher an deren Alter und Aussehen liegen, als an deren musikalischen Potential. Wer auf Deutschrock steht, der sollte lieber zu den Kollegen von Madsen usw. greifen, weil deren Musik viel reifer, kreativer und insgesamt auch anspruchsvoller ist.
Interpret: Tokio Hotel
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