In Deutschland haben sich SMS (
short
messaging
service) zu einer sehr verbreiteten Kommunikationsform entwickelt. Alleine 2005 wurden in der Bundesrepublik knapp 30 Milliarden Kurznachrichten versendet. Während früher der Versand von SMS eher bei Jugendlichen beliebt war, sind auch immer mehr ältere Menschen von den Möglichkeiten dieser Textmeldungen überzeugt. Selbst die relativ technikfeindlichen Senioren beherrschen das Eintippen per Handytastatur.
Per Short Message Service können Texte in der Länge von 160 Zeichen übertragen werden, die meisten modernen Handys verknüpfen aber automatisch längere Mitteilungen, sodass der Empfänger diese Bequem „an einem Stück“ lesen kann.
Die erste SMS wurde im Jahr 1992 von einem Computer auf ein Vodafone-
Handy in Großbritannien verschickt. Somit war diese Technik bereits ein Jahr nach Einführung des GSM-Systems in Europa erfunden. Schnell entwickelte sich die SMS hierzulande als Alternative zu den Pagern, die in den USA übrigens deutlich länger Verwendung fanden.
Der Vorteil einer SMS ist, dass damit beispielsweise kurze Telefonate (wie Erinnerungen an Termine oder ähnliches) ersetzt werden können. Außerdem erreicht man auf Wunsch mehrere Empfänger gleichzeitig. Der Großteil der Handyuser fühlt sich auch durch Textnachrichten weit weniger belästigt als durch Anrufe. Besonders in Besprechungen kann man bequem SMS empfangen und sofort ohne Störung der Kollegen antworten.
Etliche Unternehmen haben Kurznachrichten als Marketingmassnahme entdeckt, zwar ist ungewollte Werbung auf Handys grundsätzlich verboten, manche Mobilfunkverträge beinhalten aber oft die Klausel, dass SMS des Anbieters erlaubt sind. Ausländische Firmen versenden immer wieder regelrechte Fluten von Spam-SMS, um ahnungslose Handybesitzer zu meist kostenpflichtigen Antwort-Nachrichten zu verführen. Hier sind Texte wie „Ich liebe dich, antworte mir …“ verlockend und lassen die Kassen der - meistens aufgrund ihres Firmensitzes nicht belangbaren – Anbieter klingeln, denn diese erhalten einen großzügigen Anteil an den Erträgen der Mehrwert-SMS.
Gesendet werden die Nachrichten immer über eine Mitteilungszentrale, die als Schnittstellte fungiert. Falls ein Mobiltelefon ausgeschaltet ist, werden die SMS natürlich beim Provider gespeichert und später zugestellt. Das wird mehrfach wiederholt und dadurch ist sichergestellt, dass die Mitteilung tatsächlich ankommt.
Neben Handys verfügen auch immer mehr Festnetztelefone über SMS-Funktionen, wodurch diese Technik immer weitere Verbreitung findet. Kostengünstig kann man auch per Computer Nachrichten schreiben, hier verwendet man das Internet zur Datenübertragung, abgerechnet wird dabei entweder über einen gültigen
Mobilfunkvertrag oder über ein eigenes Verrechnungssystem des Anbieters. Der Vorteil ist hier, dass man praktisch unbegrenzt Nachrichten abspeichern kann und vor allem das Tippen der SMS auf einer normalen Tastatur weitaus komfortabler vonstatten geht, als die bei den meist mehrfach belegten Handy-Keys der Fall ist.