Im Mobilfunkbereich muss man zwischen tatsächlichen MNOs (
Mobile
Network
Operators) und virtuellen Netzbetreibern (MVNO -
Mobile
Virtual
Network
Operator) unterscheiden. Letztere mieten sich nur in bestehende Frequenzen ein und verkaufen dann ihre Leistungen weiter, die kostspielige Technik wird vom eigentlichen Betreiber zur Verfügung gestellt. Viele Discount-Tarife verwenden dieses System, dies bringt zwar eine gewisse Konkurrenz, dafür werden die vorhandenen Kapazitäten auch besser genutzt. Denn das heute verbreitete GSM- bzw. UMTS-Netz ist noch längst nicht ausgereizt.
Erst durch zukünftige Anwendungen wie das Übertragen von Videostreams wird mehr Bandbreite benötigt, allerdings arbeiten die Telekom-Konzerne hier an alternativen Übertragungskonzepten, z. B. in Form von DVB-H im Fernsehbereich.
Mobilfunkanbieter erhalten ihre Sendelizenzen zunächst von staatlichen Stellen, die beispielsweise in Auktionen an den Höchstbietenden verkauft werden. Dann wird die entsprechend Infrastruktur in Form von Sendeanlagen und Umsetzern errichtet. Erst dann erfolgt die Vermarktung von Handyverträgen oder
Prepaid-Paketen. Bezahlt wird hier meistens entweder später per monatlicher Rechnung oder im Vorhinein.
Mobile Network Operators verfügen in Deutschland (Stand: Dezember 2006) über insgesamt neun Lizenzen zum Betreiben digitalen Mobilfunks und somit über eigene Sendeanlagen: Dies sind jeweils vier GSM- und vier UMTS-Netze, lediglich über eine UMTS-Lizenz verfügt Quam. Eine ursprünglich verkaufte, zehnte Lizenz wurde von der MobilCom Multimedia GmbH im Jahr 2003 an die zuständige Bundesnetzagentur zurückgegeben. Die beiden Branchenführer T-Mobile und Vodafone verfügen gemeinsam über einen Anteil von rund 70 Prozent des Marktes, weit dahinter folgen E-Plus und O2.
Virtuelle Netzbetreiber (sog. Reseller) sind heute in Deutschland in der Überzahl, das liegt an leichten Vermarktungs-Möglichkeit der Tarife über verschiedenste Vertriebsquellen. So führten Tchibo, Aldi, Penny oder Schlecker eigene Angebote ein. Selbst Medienunternehmen wie der Musiksender VIVA starteten mit entsprechenden Diensten, die eine starke Bindung zur angesprochenen Zielgruppe haben. Zumeist bieten Reseller nur Sprachtelefonie an und verzichten auf prestigeträchtige, teure Dienste wie Datenübertragung, mobiles Fernsehen oder ähnliches.
Oft geht es hier einfach darum, den günstigsten Minutenpreis werbewirksam anzupreisen. Dieses System des absoluten Preisdrucks wird langfristig automatisch zu einer Marktbereinigung bei den Netzbetreibern führen, denn nur wenige können hier mithalten.
Früher konnte man die Mobilfunkanbieter noch an der Vorwahl erkennen, da es nur wenige gab. Durch die Vergabe weiterer Rufnummern waren jedoch mehr Vorwahlen nötig, und jeder Anbieter verfügt deshalb über verschiedene, die mit 015, 016 oder 017 beginnen. Seit dem Start der Portierung von Anschlüssen kann der Anrufer übrigens nicht mehr an der Nummer erkennen, in welches Netz er telefoniert.