Während per
SMS nur reine Textnachrichten verschickt werden können, bietet die MMS (
multimedia
messaging
service) hier multimediale Möglichkeiten: Fotos oder Videos können mit Sound unterlegt werden und von den meisten aktuellen Geräten versendet bzw. empfangen werden.
Neben der Übermittlung an Mobiltelefone lassen sich MMS auch an E-Mail-Adressen schicken. Etliche Netzbetreiber haben auch eine Technik integriert, die erkennt, ob die übersendete Multimedia-Nachricht an ein kompatibles Gerät übertragen wird. Falls das nicht so ist, erhält der Empfänger eine SMS und kann dann die MMS im Internet ansehen. Viele Anbieter drucken die Nachrichten auch aus und versenden sie dann als "echte" Postkarte, was besonders bei Aufnahmen aus dem Urlaub immer beliebter wird.
Während eine SMS normalerweise maximal 160 Zeichen in Textform umfassen kann, ist bei MMS eine Größe von 300 Kilobyte möglich, einzelne Dienste oder Geräte erlauben sogar noch mehr Kapazität. Man kann hier kreativ Texte gestalten und formatieren, dann Bilder oder Videos hinzufügen, schließlich noch einen eigenen Kommentar dazu sprechen und das Ganze dann an jeden gewünschten Empfänger übermitteln. Bedingt durch die unterschiedlich großen
Handy-Displays wird die eingehende MMS automatisch an die Bildschirmgröße angepasst (sog. "Transcoding"), um korrekt dargestellt werden zu können.
In den meisten Handys und Smartphones sind zahlreiche MMS-Vorlagen verfügbar, wo je nach Verwendungszweck passende Motive oder Klänge integriert sind. Somit hat man für einen Geburtstag ein "Happy Birthday" und für Weihnachten ein "Merry Christmas" immer dabei.
Als Standard für die Übertragung wird das GPRS-Datensystem verwendet, die Anzeige auf dem Empfangsgerät erfolgt per WAP-Technik. Alle nötigen Einstellungen werden über das mit XML verwandte SMIL-Format übertragen.
Die meisten Handys mit eingebauter Digitalkamera können MMS versenden, etliche Mobiltelefone ohne Linse sind ebenfalls kompatibel. Obwohl die Technik für Multimedia-Nachrichten weit verbreitet ist und der Versand in alle Netze funktioniert, hat sie sich in der Praxis noch wenig durchgesetzt. Das liegt in erster Linie an den hohen Preisen für die Nutzung des Dienstes: Während der Empfang natürlich kostenlos ist, muss der Versender relativ hohe Beträge pro Nachricht bezahlen. Etliche Netzbetreiber bieten zwar Pauschalangebote an, im Vergleich zur SMS (mit allein 30 Milliarden Nachrichten in Deutschland 2005) fristet die MMS ein Nischendasein und erreicht nur etwa ein Prozent der Verbreitung von reinen Textnachrichten.
Alternativ gibt es die Möglichkeit, MMS per Internet zu versenden. Hier kann man bequem in einer entsprechenden Oberfläche alle gewünschten Komponenten zusammenstellen. Eine Vorschaufunktion zeigt das Ergebnis und im Gegensatz zum begrenzten Handy-Speicher lassen sich unzählig viele Nachrichten verwalten und ablegen.