Handyortung – des einen Freud des anderen Leid
Wenn das Mobiltelefon eingeschaltet ist, dann sind dessen Nutzer nicht nur ständig und überall erreichbar, sie können auch überall geortet werden. Das birgt viele neue Möglichkeiten.
Diese können folgendermaßen aussehen – besorgte Eltern abonnieren den Suchdienst für ihre Kinder, eifersüchtige Frauen oder Männer für ihre Partner, des weiteren kann man sich per Standortbestimmung Hinweise oder Tipps zum Shoppen oder Essen gehen aufs Handy schicken lassen, oder der Chef überwacht seine Angestellten im Außendienst über den Rechner. Sinnvoll ist dieser Service auch besonders für Speditionen, die anhand des Ortungsverfahrens ihre Fahrzeugflotte lokalisieren können. Das so genannte Tracking wird allerdings erst dann kritisch, wenn Personen ohne ihr Wissen oder ohne ihre Zustimmung “verfolgt” werden. Die Technik ermöglicht dies zwar, aber es ist illegal.
Es gibt verschiedene Wege ein Handy ausfindig zu machen - um ein Handy zu orten können die Geokoordinaten der Basisstation erfasst werden, die dem Mobiltelefon am nächsten ist und in der es zuletzt eingebucht war oder ist (GSM-Ortung), oder aber die Ortung erfolgt per Satellit (Global Positioning System, GPS-Ortung). Eine Reihe von Anbietern tummelt sich auf dem Online-Markt für Handyortungen. Auf das Wiederauffinden des Nachwuchses hat sich beispielsweise Track your Kid spezialisiert. Bei einer Einrichtungsgebühr von 19,90 Euro schlägt die Ortung im By Call-Paket mit rund einem Euro zu Buche. Ebenso gibt es eine Website mit dem ulkigen Namen Ehebruch 24, die sich für für alle eifersüchtigen Partner stark macht. Verkauft wird das ganze dann so - “...erteilen Sie sich gegenseitig eine Ortungsgenehmigung und geben Sie sich mit Ehebruch 24 den Liebesbeweis der Moderne”. Für diesen Liebesbeweis sind dann pro Ortung 99 Cent fällig. Geklaute Handys lassen sich zum Beispiel natürlich nur in angeschaltetem Zustand aufspüren, andererseits kann man die SIM-Karte jedoch erst effelkiv sperren lassen, wenn das Gerät ausgeschaltet ist.
Doch nicht alle Mobilfunkunternehmen machen bei diesem Trend mit, T-Mobile beispielsweise ist eines der wenigen Unternehmen, das die Zellendaten nicht für private Zwecke herausrückt. Welchen Zweck man mit einer Handy-Ortung verfolgt, ist letztendlich jedem selber überlassen.
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